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meine Werkstatt
Oft wird ausführlich vom Bau eines Modell berichtet, aber wo entsteht solch ein Modell? Welche Werkzeuge werden benutzt? Wie ist eine Modellwerft eingerichtet?
Jeden den es interessiert, kann hier an einem kleinen Rundgang durch mein "Heiligtum" teilnehmen.
Angefangen hat es wie bei vielen, vor mittlerweile 30 Jahren in der heimischen Küche. Das geht solange gut, bis auch die gutmütigste Ehefrau anfängt zu rebellieren. Dann, wenn man intensiv in die Materie einsteigt, muss man sich einen separaten Platz suchen, um ungestört arbeiten zu können.
Irgendwann wurde das Hobby zu einer Art Lebensphilosophie und ließ mit nicht mehr los - selbst das oft verteufelte Schleifen ist schon lange keine Thema mehr, es ist eher der Weg zum Ziel.
Die unzähligen Vorräte an Materialien wie Holz, Farbe, Kleber, Kunststoffe, Leisten, Schrauben, Muttern, ein nicht unerhebliches Sortiment von Werkzeugen und eine umfangreiche Bibliothek mit Fachliteratur. Auch nicht von der Hand zu weisen, die "Belästigung" durch Staub, Geruch und sonstigen anfallenden "Nebenprodukten", die Modellbau so mit sich bringt - irgendwann passt das alles nicht mehr in einen Schuhkarton.
Mir steht alles in allem eine etwa 4 x 4 m großer Raum zur Verfügung.
Einrichtung
Meine Arbeitsplatten sind überwiegend aus Buche-Leimholz, insgesamt eine 3-mal-Über-Eck-Kombination in Form eines G's mit einer Länge von fast 10 laufenden Metern.
Abgedeckt mit Bastelglas wird so das doch recht teure aber stabile Holz vor Verunreinigungen wie Kleber, Farbe usw. geschützt. So kann man auch mal mit dem Klingenmesser ohne weitere Unterlage etwas zuschneiden. Das geht schon einige Jahren ganz gut so. Zusätzlich benutze ich als Arbeitsunterlage entweder eine Schneidmatte oder ein großes Buchenholzbrett. Dieses wird dann einfach mit einem Bandschleifer abgezogen, wenn es zu verschmutzt ist. Die Arbeitsplatten haben einen Abstand von 80 cm zum Fußboden.
Meine Hauptarbeitsplatte befindet sich direkt am Fenster und wird so tagsüber ordentlich beleuchtet. Ansonsten habe ich eine feste Neonröhre und mehrere bewegliche Tischlampen installiert. Auf Gardinen verzichte ich ganz und habe so einen wesentlich helleren Arbeitsbereich. Auch befindet sich in der Werkstatt kein Teppich, alles nur Staubfänger und heruntergefallene Kleinteile werden so besser wiedergefunden.
Im Laufe der Jahre hat sich mein Werkzeug- und Maschinenpark immer mehr erweitert und damit lässt sich nun ganz passabel arbeiten. Hier die wichtigsten bzw. oft benutzten Werkzeuge im Überblick
Handwerkzeug
- 1 Satz herkömmliche Schraubenzieher
- mehrere Sätze Uhrmacherschraubenzieher
- Kleinstbit-System inklusive Kleinststecknüsse
- diverse Inbusschlüssel
- 1 Satz normale Zangen
- diverse Kleinstzangen
- zwei verschiedene Ösenbiegezangen
- Hammer (100 und 250 Gramm)
- Uhrmacherhammer
Messen und Anreißen
- Zollstock
- zwei Messschieber
- zwei verschiedene Mikrometer (Bügelmessschraube)
- Geo-Dreiecke, Schul- und Kurvenlineale und Winkelmesser
- eine Anreiß- und Markierungslineal für Markierungen mit eine Genauigkeit von 0,25 mm ( Video)
- Zirkelkasten (einen guten alten russischen)
- Reißnadel
- ein großer und ein etwas kleinerer Metallwinkel
- zwei kleine Stahlwinkel, mit und ohne Anschlag
- Stahlmaßstab (150, 300, 500 und 1.000 mm)
- verstellbarer Stahl-Winkelmesser
- kleine und große Wasserwaage
- Form-Lehre
Halten und Spannen
- 1 normaler und 1 verstellbarer Kleinschraubstock
- verschiedene Zwingen und Metallklammern
- Wäscheklammern
- Reißzwecken und Modellbaunadeln
- verschiedene Pinzetten
- diverse Hand-Kloben
Schneiden, Sägen und Feilen
- Handblechschere
- Klingen- und Schnitzmesser
- verschiedene Scheren
- Eisen-Bügelsäge
- kleine Hand-Bügelsäge
- mehrere Laubsägen
- große Feilen, massig Schlüsselfeilen, Kleinstraspeln
- einen kleinen und einen etwas größeren Modellbau-Hobel
Bohrer und Gewindeschneider
- kompletter Bohrersatz von 0,4 bis 10 mm in 0,1 mm Schritten
- spezieller Bohrersatz mit Zwischenmaßen zum Vorbohren von Gewindelöchern
- Holzbohrer mit Zentrierspitze 2-10 mm
- Forstnerbohrer 10-50 mm
- ein Satz Kleinstgewindeschneider und -bohrer M1 bis M2,5 mm für Rechtsgewinde
- Gewindeschneider und -bohrer M2 für Linksgewinde
- Gewindeschneider und -bohrer M3 - M12 für Rechtsgewinde
- ein paar Bohrprismen mit Spannzangen
- ein 5-er Satz Körner
Löten und Wärme
- digitale Lötstation Ersa RDS 80
- Lötkolben 25, 30 und 80 Watt
- Hartlötausrüstung (Kleinstschweißgerät)
- Bügeleisen
- Heißluftpistole
Sonstiges
- Dritte-Hand mit Lupe
- Biegesystem zum Holzleisten biegen
- verschiedene Zieheisen für die Herstellung von kleinen Holzdübeln, Halbrund- und Vierkantleisten
- eine mobile Wolfcraft Werkbank, höhenverstellbar
- jede Menge Pinsel in allen möglichen Größen
selbst gebaut
- Höhenanreißlehre
- Reep-Maschine zum Seile herstellen
- diverse Silikon-Gußformen
- Zangenständer
Zusätzlich habe ich mir über die Jahre folgende Geräte zugelegt
- Akku-Ladestation ALC 7000 Expert und ALC 100 Expert von ELV
- Messer- und Klingenschleifmaschine
- normaler Akkuschrauber
- Schleifbock
- elektronische Küchenwaage bis 2 kg
- Digitalmessgerät
- Federwaage bis 3 kg
- kontaktloser Drehzahlmesser
- Kompressor für Airbrush und mehrere Pistolen
- Dekupiersäge
- Drehbank Unimat 3, samt Werkzeuge und Zubehör
- ein großer 560-Watt-Handbandschleifer
meine Proxxons
Für mich als Modellbauer haben sich die System-Geräte der Fa. Proxxon über die Jahre als optimal erwiesen. Standfestigkeit und Präzision bis 0,05 mm sind vollkommen ausreichend für den ambitionierten Hobbyisten. Hier nutze ich folgende Geräte:
- Minibohrmaschine FBS 12/EF mit regelbarem Netzteil NG 5/E
- zusätzlich ein separates Netzteil NG 2-S für den mobilen Einsatz
- eine ältere Minibohrmaschine FBS 12/E für die Flexwelle 110/P mit eigenem Netzteil NG 2-S
- Tischkreissäge KS 230 für Feinschnitte
- Tischkreissäge FKS/E, mit höhenverstellbarem Sägeblatt, regelbarer Geschwindigkeit
- Kleinstschwingschleifer SWS 220
- Blockbandschleider BBS/S
- Tellerschleifgerät TG 125/E
- Stichsäge SS 230/E
- Micro-Fräse MF 70 inklusive KT 70 und Teilapparat, CNC-Fräser ab 1 mm
- Bohr-/Fräszentrum BFB 2000 mit Fräsmotor BFW 40/E, modifiziert mit Kreuztisch KT 230 und Röhm Supra SK Schnellspannbohrfutter
Zusätzlich habe ich immer folgende Dinge auf Vorrat
- Sekundenkleber, Kaltleim, Epoxid mit verschiedene Topfzeiten, Spachtelmasse
- Firnis, Terpentinersatz und Aceton
- verschiedene Farben und Lacke überwiegend Revell
- Schleifpapier mit verschieden Körnungen
- Zahnstocher,
- Formsilikon und Resin,
- Feinmechanikeröl,
- verschiedene Leisten, Brettchen und Rundhölzer
- Kunststoffplatten Polystyrol und Plexiglas in verschieden Materialstärken und POM als Rundmaterial
- Messing: Drähte und Bleche sowie Rund-, Sechs- und Vierkantmaterial
- Gummihandschuhe
Ich habe bestimmt noch das Eine oder Andere nicht aufgezählt, aber im Großen und Ganzen ist das meine Ausrüstung, mit der man durchaus ganz passabel arbeiten kann.
Nicht erwähnt habe ich diverse verschieden Elektromotoren Kabel und Elektromaterial, Schläuche, Takelschnüre, Zwirn und Garn, Schrauben, Muttern, Ringe, Ösen, Beschläge, diverse Sortimentsboxen mit haufenweise Kleiststeilen, Beschlägen und Zubehör, sowie eine Grabbelbox mit sonstigem Krimskrams und Materialresten, die sich mit der Zeit ansammeln.
Wichtig vielleicht noch zu erwähnen, eine Schaltleiste mit Hauptschalter, der die komplette elektrische Installation vom Strom trennt.
Zum Verstauen der ganzen Sachen nutze ich:
- eine 4-m-Wand mit einem 3-stöckigem Regal
- eine viertürige Schrankkombination
- mehrere Holzrollcontainer mit insgesamt 20 Schubladenfächer
- ein Apothekerschrank mit 15 Schubladenfächer
- drei große Kleinsortiment-Schränkchen mit unzähligen Schublädchen
- im Flur vor der Werkstatt bis fast unter die Decke die Modellbaubibliothek
Im Großen und Ganzen funktionell und doch recht gemütlich eingerichtet. Für die Unterhaltung sorgt eine 200-W-Soundanlage, fürs Gemüt ein paar Grünpflanzen, für Erinnerungen die Nippes-Trophäen-Ecke und wenn kein hektischer Baubetrieb herrscht, leistet mir mein überaus anhänglicher Wellensittich auf meiner rechten Schulter Gesellschaft - zwitschert mir entweder stundenlang die Ohren voll, nervt mit lautem Gepfeife bzw. mit dem Runterschmeißen diverser Kleinteile von Regalen, hält gern mal ein Nickerchen oder nimmt sein wöchentliches Bad - ausschließlich in einer ausrangierten Kompottschale - andernfalls gibt es lauthals Protest ;-)
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| Die Traditionsecke und das ''Tor'' in die Online-Welt |
mein Hauptarbeitsplatz inkl. Krähennest mit Bordpapagei |
Drehbank, Kreissäge und überall viele, viele Fächer |
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| die Residenz der Dame des Hauses |
der Bordpapagei lässt es sich nicht nehmen und macht auch schon mal ein Nickerchen ... |
... oder nimmt ein Bad (ausschließlich) in einer ausrangierten Kompottschale |
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