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die Modell-Jolle


Im Artikel der Modellwerft 9/2002 wurden teilweise falsche Angaben zu den Maßen veröffentlicht. Hier die richtigen Abmessungen:

  • Länge = 1,09 m
  • Breite = 0,34 m
  • Rumpfhöhe = 0,09 m
  • Schwertlänge = 0,39 m
  • Masthöhe = 1,35 m
  • Gesamthöhe = 1,83 m
  • Segelfläche ca. 0,5 m²
  • Bleibombe ca. 1,6 kg
  • Rumpf ca. 2,5 kg
  • Gesamtgewicht komplett ca. 4,5 kg
  • Rumpfmaterial aus Polyäthylen
  • zweiteiliger Kohlefasermast

Wie den Abmessungen zu entnehmen ist, wirklich sehr handlich. Das Modell wirkt durch seine große Breite gegenüber der 1-Meter-Regatta-Klasse gewaltig, trotz etwa gleicher Rumpflänge. Die Rumpfhöhe dagegen wirkt eher wie ein ''Flachmann'' oder Surfbrett - eben typisch Jolle.

Das Fahrverhalten der RC-Laser-Jolle

Die Jolle ist kein Schönwettersegler. Bei sehr geringem Wind gleitet sie sehr gemächlich dahin. Ab Windstärke 2-3 fängt es an Spaß zu machen - dann ist sie recht flott und spritzig unterwegs.

Durch das lange Schwert und den dadurch sehr tief liegenden Schwerpunkt ist sie gegenüber dem Original sehr kentersicher. Das Gegengewicht ist so bemessen, das sie auch eine ordentlichen Böe gut wegsteckt. Die Kränkung ist dann schon ganz passabel, aber sie richtet sich umgehend wieder auf.

Auch bei großer Schräglage ist sie durch das ausreichend bemessene Ruder sehr gut zu manövrieren.

Die Ruderwirkung ist sehr direkt und ist die Jolle gut in Fahr, ''springt'' sie richtiggehend in die Wende, fast ein wenig zu viel des Guten, andererseits macht das auch wieder einen Heiden-Spaß. In keinem Fall blieb sie in der Wende ''hängen'', auch nicht bei leichtem Wind.

Generell hält sie bei stetigem Wind ihren Kurs und läuft sehr hoch am Wind. Anders als der Modellwerft zu entnehmen, habe ich das Gefühl das sie bisweilen ein wenig luvgierig wirkt, gerade bei böigen Winden.

Halbwindkurse laufen hervorragend ohne größere Korrekturen. Bei Vorwindkursen allerdings etwas unruhig auf dem Ruder, bedingt durch das Fehlen eines Vorsegels, es kann halt kein ''Schmetterling'' gefahren werden.

Durch meinen Computersender kann ich die Segelwinde linear statt proportional ansteuern. Das gestattet mir eine recht feine Steuerung der Segelstellung bei Am-Wind-Kursen.

Ein erstes Fazit

Nicht nur durch den hohen Preis ein Modell der Extra-Klasse. Gut durchdacht und durchkonstruiert, bis ins Detail. Handlich und leicht, schneller Aufbau - eben ready-to-run und das mit jeder Menge Spaß.

Last but not least - es bleiben eigentlich keine Wünsche offen.

Eigentlich gibt es nur ein Manko.

Es werden hier bei uns in Deutschland nur vereinzelte Modelle auf unseren Modellmeeren zu sehen sein. Bei den Engländern und "Amis" ganz anders. Hier ist der RC-Laser sehr populär. Und schon gibt es eine neue Rennklasse, die noch dazu international anerkannt ist.

Da wurden in recht kurzer Zeit mehrere Interessengemeinschaften und Vereine gegründet und man liest im Internet viel von Regatten und Veranstaltungen betreffend der RC-Laser-Jolle. Keine Problem z.B., sein Boot registrieren zu lassen, samt Bootsnummer. Es werden sogar weltweite Meisterschaften ausgetragen.

Nur hier in Deutschland trifft man da mal wieder mehr oder weniger auf taube Ohren, wie immer wenn irgendjemand irgendetwas Neues etablieren will. Selbst eingefleischte Modell-Regattasegler stehen diesem erst mal sehr skeptisch gegenüber. Immer alles im alten Trott, manche nennen es Tradition und Traditionen dürfen eben nicht gebrochen werden, speziell bei uns Deutschen nicht. Warum eigentlich? Ich weiß es nicht.

Für die Modellsegler ist der Deutsche Seglerverband (DSV) verantwortlich, zumindest was Wettkämpfe betrifft. Hierfür gibt es extra ein Referat Modellsegeln mit einem Obmann Ausschuss für Modellsegeln. Leider waren Bemühungen um eine Bootsregistrierung und Bootsnummer zwecklos. Definitiv wurde mir bestätigt, dass es keine RC-Laser Klasse in Deutschland gibt, und eine Registrierungs- und Segelnummer nur an Mitglieder des DSV vergeben werden.

Ein Fazit nach der 3. Segelsaison

Die Faszination und der Spaß sind auch nach 3 Jahren Laser-Segeln geblieben. Eine lohnenswerte Modellinvestition. Kein Ärger mit irgendwelchen herstellerbedingten Unzulänglichkeiten oder missverständlichen Bauplänen, noch sonstige Dinge, die das Modellseglerherz überschatten könnten.

Der Laser wurde wirklich nicht zimperlich behandelt und hat fast jedes Wetter bis Windgeschwindigkeiten um die 60 km/h mitgemacht. Das ist laut Beaufort eine gute 7. Allerdings sollte dann aber auch das Starkwindsegel zum Einsatz kommen.

Mit Standardsegel mag der Laser Windstärken zwischen 3-4 am liebsten. Dann wird er zur Rennziege und muss sich selbst hinter klassischen 1-M-Regattayachten nicht verstecken.

Der Rumpf ist unkaputtbar. Selbst stärkere Rempler mit einem Dalben oder dem Bootssteg konnten ihm nichts anhaben.

Das Ruderservo wurde nach der zweiten Saison ausgetauscht. Einziges bisher aufgetretenes Problem war eine Schwachstelle an der Trimmeinrichtung der Rudergestänge. Jede Ruderstange besteht aus zwei Teilen. Über eine Kunststoffhülse mit Innengewinde kann die Länge des Rudergestänges genau justiert werden. Das Gewinde der einen Hülse war mit der Zeit ''ausgenudelt''. Ich habe beide Hülsen aufgebohrt und ein Messinghülse mit entsprechendem Innengewinde mit UHU Acrylit eingeklebt. Das Problem war innerhalb einer viertel Stunde repariert und hält bis dato problemlos.

Die Hitec-Winde, betrieben mit 7,2 Volt, versieht zuverlässig ihren Dienst.

Der Mast ist aus Kohlefaser und sieht noch so aus, wie am ersten Tag. Das Baumgelenk aus Kunststoff und der Baum aus Alu-Rohr haben ebenfalls alle Einsätze problemlos überstanden.

Das Segel, aus einer sehr strapazierfähigen Folie hat zwar mittlerweile einige Transportfalten, steht aber nach wie vor wie eine ''1''.

Sehr gut bewährt hat sich die sog. RC-Kammer. Sie ist komplett mit Silikon abgedichtet, so dass bisher kein Wasser in den Rumpf eindringen konnte. Der Rumpf ist so quasi unsinkbar.

Bei normalen Segeltörns ist diese Kammer trocken. Nur bei stärkeren Winden und speziell auf Vorwindkursen neigt der Laser, bedingt durch den weit vorn liegenden Mast, ab und zu mal zum Eintauchen. Dabei kann es passieren, dass das komplette Deck vom Wasser überspült wird.

In diesem Fall dringt dann auch ein wenig Wasser in die RC-Box ein. Das liegt an den Öffnungen für Ruderservo und Segelwinde, ist aber wirklich nicht weiter erwähnenswert.

Die Steck- und Schnappsysteme für Ruderblatt und Schwert haben sich ebenfalls bestens bewährt.

Am Laser wurden bisher keinerlei Modifikationen vorgenommen. Diese sind einfach nicht notwendig und ich wüsste auch nicht, was man bei einem so guten Modell modifizieren sollte, außer vielleicht mal die Trimmung des Segelbauches, je nach Windstärke.

Jeder der dieses Modell mal fahren konnte, war begeistert. Sei es die Geschwindigkeit oder das Manövrierverhalten. Schade nur, dass ich keine weiteren Laser-Segler kenne. Dazu ist wahrscheinlich der Preis des Modells einfach zu hoch. Aber ich kann einfach immer wieder nur sagen, das nächste Weihnachten steht irgendwann wieder vor der Haustür.

Wir schreiben das Jahr 2010

Ich bin hier vor Ort immer noch der einzige RC-Laser-Segler. Mittlerweile gibt es allerdings deutschlandweit eine kleine aktive Szene, bei der man sich nun auch für eine Segelnummer registrieren kann. Das Online-Portal findet man unter www.rc-laser.de

Das Boot geht in die 8. Saison. Wenn auch in den letzen beiden Jahren nicht so oft im Einsatz, so ist doch alles beim Alten. Ich nutze noch immer die erste Segelwinde und das erste Ruderservo.

Lediglich ein neues Segel musste her, das alte sah nun doch langsam recht mitgenommen aus, nun auch mit eigener Segelnummer

Bei der ersten Fahrt mit dem neuen Segel fiel mit eine Falte auf.

Um das Problem zu beheben, habe ich den Vorliekstrecker modifiziert. Noch einen Vorteil brachte diese kleine Änderung mit sich: das Segel kann sein Profil jetzt fast komplett entfalten und beginnt nun direkt am Mast und nicht erst 5 cm dahinter.

 

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