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Drehrichtung von Propellern


Mit freundlicher Genehmigung von http://oldriverbillzumwalt.members.ktis.net

Ohne jetzt eine wissenschaftliche Abhandlung zu schreiben, ganz kurz und knackig die Drehrichtung von Propellern an Hand von Bildern:

  Schiffe mit einem Propeller  
Backbord
rechtsdrehend
Steuerbord
   

 
 
  Schiffe mit zwei Propellern
sog. Zweischrauber
 
Backbord

ein linksdrehender und ein rechtsdrehender
Steuerbord
   

 
 
  Schiffe mit drei Propellern  
Backbord

ein linksdrehender und zwei rechtsdrehende
Steuerbord
   

 
 
  Schiffe mit vier Propellern  
Backbord

zwei linksdrehende und zwei rechtsdrehende
Steuerbord
 

Die Drehrichtung aus technischer Sicht

Im Schiffbau ist es üblich, die Drehrichtung des Propellers von hinten gesehen zu definieren. Man schaut auf die Nabenspitze, also Blick von achtern aufs Heck des Schiffes, in Fahrtrichtung voraus.

Die "Blickrichtung" zur Ermittlung der Drehrichtung ist zu dem nach DIN 73021 definiert:

Bei Kraftfahrzeugmotoren wird der Rechtslauf in der Drehrichtung des Uhrzeigersinns mit Blick auf die der Kraftabgabe gegenüberliegende Seite gesehen, englisch: clockwise (cw)

Bei Verbrennungsmotoren für allgemeine Verwendung und bei Schiffsmotoren ist die umgekehrte Richtung (Blick auf die Kraftabgabeseite) genormt (ISO 1204 und 1205, DIN 6265)

Die kraftabgebende Seite eines Motors ist die Seite, an der die Welle "rausguckt" und die Drehbewegung des Motors über ein Getriebe oder direkt angeschlossene Antriebswelle den Vortrieb des Fahrzeuges erzeugt.

Anmerkungen zur Drehrichtung aus dem stillen Kämmerlein

Es existiert eine überwiegende Unstimmigkeit und unzählige Versuche die Propeller-Drehrichtung zu definieren, was wiederum zur Folge hat, dass es unmöglich erscheint rechts von links zu unterscheiden und somit ist die Drehrichtungsbestimmung eines Propellers ein schier unlösbares Problem zu sein.

Diese Erklärungsversuche in einschlägigen Foren zu verfolgen ist zuweilen recht amüsant.

Neulich habe ich erst folgendes gelesen:

"Wenn ich einen E-Motor vor mir liegen habe und schaue von der Anschlussseite auf die Welle, dann dreht der Motor rechts herum."

Soweit o.k., dann aber:

"Alle meine Propeller drehen vom Motor aus gesehen rechts herum. Ich betreibe meine Hobby schon 45 Jahre, und das ist das erste was ich gelernt habe."

Nun ja, gibt es heutzutage diese Verwirrung, gab es sie anscheinend auch schon vor 45 Jahren, denn anderes kann ich es mir nicht erklären, warum der Kollege jetzt die Blickrichtung wechselt?

Manche binnenländische Interpretation gibt dabei die Drehrichtung von hinten auf den Propeller blickend an, meint dabei also vom Motor aus, jedoch schaut man so ja eigentlich von vorn (Bug) auf die Rückseite des Propellers und erklärt kurzum eine Rechts- zur Linksdrehung.

Wenn etwas nach rechts dreht, dann bedeutet das im Uhrzeigersinn und dabei schaut man i.d.R. auf die Uhr bzw. das Zifferblatt, denn es wäre unverhältnismäßig aufwendig, den Wecker ständig umzudrehen oder die Kuckucksuhr von der Wand zu nehmen, um von hinten durch das Uhrwerk auf die Zeiger zu schauen.

Auch ein oft zu lesender Vermittlungsversuch einer definitiven Drehrichtungsbestimmung hört sich in etwa so an: "... ein Propeller dreht nach außen ...". Erstaunen und Missverständnis wird spätestens dann erzeugt, wenn man den Ausführenden mit der Gegenfrage konfrontiert: "Wo nach außen? Oben oder unten?"

Denn diese Aussage ist nun vollkommen undefinierbar und noch verwirrender. Wo sollte ein Propeller nach außen drehen wollen... eigentlich dreht er gleichzeitig auch nach innen, und sogar nach unten und oben ...

Denn, überträgt man den Uhrzeigersinn als überregionale ja sogar weltweit umgangssprachliche Bezeichnung für eine rechtsdrehende Bewegung auf den Propeller, dann dreht er oben nach außen und unten nach innen, woraus folgt, links dreht er nach oben und rechts nach unten ...

... alles klar? Nein? Gut, ein nächster Versuch ...

Zitat: "Wenn ich mir die Definition für rechtsdrehende und linksdrehende Schrauben des Bootsführerscheins anschaue, wird hier die Drehrichtung in Abhängigkeit der Wirkrichtung definiert ist. Diese Definition findet man auch bei der Beschreibung des Radeffekts."

Jetzt wird’s richtig interessant. Drehrichtungsbestimmung nach Bootsführerschein auf Grund Wirkrichtung und Radeffekt. Nein ... bitte nicht.

Was nun?

Lassen wir mal die bisher kläglichen gescheiterten (Selbst-)Bestimmungsversuche für den Propeller vollkommen außen vor.

Verlassen wir uns doch auf die Angaben des größten Hersteller und Lieferanten, der Fa. Raboesch. Wer sich "Precision Engineering" auf die Fahnen schreibt, wird's wohl genau wissen.

Als erstes und ganz wichtig: Motor richtig anschließen... Plus an Plus und Minus an Minus.

Nun schauen wir, wie oben erwähnt, auf die kraftabgebende Seite des Motors und wir werden feststellen, der dreht nach rechts, im Uhrzeigersinn – die Vorzugsdrehrichtung des Motors.

Nun benötige ich einen Propeller, der das Modell im Vorwärtsgang fahren lässt. Wenn nun der Motor rechts dreht, nehme ich auch einen von Hersteller als rechtsdrehend bezeichneten Propeller und ...

... wir werden feststellen, das Boot fährt rückwärst ...

Und nu'?

Das war's mit "Precision Engineering".

 

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